Nitril oder Latex – der Unterschied
Zwei Materialien decken heute praktisch alle Einsätze ab. Beide gibt es puderfrei, in allen Grössen und im Karton.
| Nitril | Latex | |
|---|---|---|
| Material | Synthetischer Kautschuk, ohne Latexproteine | Naturkautschuk |
| Allergie | Keine Latexallergie möglich – für Träger und Kunden sicher | Latexproteine können Allergien auslösen |
| Reissfestigkeit | Sehr hoch, Löcher sind gut sichtbar | Hoch, sehr elastisch |
| Chemie | Beständig gegen Öle, Fette, viele Reiniger | Empfindlich gegen Öl und Lösungsmittel |
| Tastgefühl | Gut, passt sich nach kurzer Zeit der Hand an | Sehr gut, sitzt wie eine zweite Haut |
| Typischer Einsatz | Pflege, Reinigung, Küche, Werkstatt, Labor | Praxis, Untersuchung, feine Arbeiten |
Faustregel: Nitril ist der Standard für Betriebe, weil er Allergien ausschliesst und Chemie verträgt. Latex bleibt die Wahl, wo das Tastgefühl entscheidet und keine Allergie im Spiel ist – in der Praxis und bei Untersuchungen.
Und Vinyl? Vinylhandschuhe waren lange die günstige Alternative. Sie sitzen locker, reissen leichter und enthalten Weichmacher – darum sind sie für Lebensmittel und Pflege kaum noch empfehlenswert. Ein preiswerter Nitrilhandschuh kostet heute kaum mehr und ist in jeder Hinsicht besser. Für das kurze Ausgeben von Brot oder Sandwiches reicht ein einfacher PE-Handschuh aus dem Spenderkarton.
Steril oder unsteril?
Die meisten Handschuhe im Betrieb sind unsteril: Sie kommen zu 100 oder 200 Stück aus der Box, schützen Hände und Produkt und werden nach der Arbeit entsorgt. Das reicht für Pflege, Körperpflege, Reinigung, Küche, Labor und alle Untersuchungen ohne Eingriff.
Sterile Handschuhe (OP-Handschuhe) sind paarweise einzeln verpackt und nach Handgrösse in halben Nummern (6.5, 7, 7.5 …) sortiert. Sie sind nur nötig, wenn ein Handschuh mit einer Wunde oder mit sterilem Material in Berührung kommt – bei Eingriffen, Wundversorgung, Katheterwechsel. Wer sterile Handschuhe für die Grundpflege verwendet, zahlt ein Vielfaches ohne Nutzen.
Warum puderfrei?
Puder machte das Anziehen früher leichter. Heute sind praktisch alle Profi-Handschuhe puderfrei, weil Puder Latexproteine in die Luft trägt, Wunden reizt und in Küche und Labor Rückstände hinterlässt. Puderfreie Handschuhe haben innen eine glatte Beschichtung, die das Anziehen auch mit feuchten Händen erlaubt. Alle Einweghandschuhe in unserem Shop sind puderfrei.
Die richtige Grösse finden
Ein zu grosser Handschuh rutscht, ein zu kleiner reisst beim Anziehen und ermüdet die Hand. Messen Sie den Handumfang an der breitesten Stelle der Handfläche, ohne Daumen:
| Grösse | Handumfang | Typisch |
|---|---|---|
| XS (6) | bis 16 cm | sehr schmale Hände |
| S (6.5–7) | 17–18 cm | viele Frauenhände |
| M (7.5–8) | 19–20 cm | Standard, meistbestellte Grösse |
| L (8.5–9) | 21–22 cm | viele Männerhände |
| XL (9.5–10) | 23–24 cm | grosse Hände |
Für einen Betrieb mit mehreren Mitarbeitenden bestellen Sie M und L in grösserer Menge, S und XL als Reserve. Jede Grösse ist im Shop ein eigenes Produkt – der Hinweis «Erhältlich auch in anderen Grössen» führt zu den anderen Grössen des gleichen Modells.
Was die Farbe bedeutet
- Blau ist die Farbe für Lebensmittel: Ein blaues Handschuhstück fällt im Essen sofort auf. Standard in Küche, Metzgerei, Bäckerei und Produktion.
- Schwarz zeigt keine Verfärbungen und wirkt professionell – beliebt in Gastronomie, Barbershop, Tattoo, Werkstatt und bei der Reinigung.
- Weiss ist die klassische Farbe in Praxis und Pflege; Verschmutzungen sind sofort sichtbar.
Richtig anziehen, wechseln, entsorgen
- Hände waschen oder desinfizieren, trocknen lassen, dann anziehen. Der Handschuh ersetzt die Händehygiene nicht – er ergänzt sie.
- Nicht über Schmuck ziehen. Ringe und Uhren reissen den Handschuh von innen.
- Pro Aufgabe ein Paar. Zwischen Patienten, zwischen WC und Küche, zwischen rohem und gekochtem Lebensmittel immer wechseln.
- Nicht länger als nötig tragen. Nach 30 Minuten ist die Haut feucht und das Material gedehnt – wechseln, Hände desinfizieren.
- Richtig ausziehen: ersten Handschuh am Bund fassen und umstülpen, mit der nackten Hand unter den Bund des zweiten greifen und beide zusammen abstreifen. Danach Hände desinfizieren.
- Entsorgen im Restabfall; in Praxis und Pflege gemäss Hygienekonzept.
Die fünf häufigsten Fehler
- Eine Grösse für alle – die Hälfte der Mitarbeitenden trägt dann zu grosse oder zu kleine Handschuhe.
- Latex ohne zu fragen – Allergien bei Mitarbeitenden und Kunden werden übersehen.
- Sterile Handschuhe für Alltagsarbeiten – teuer ohne Nutzen.
- Handschuhe als Ersatz für Händewaschen – Keime wandern mit dem Handschuh von Fläche zu Fläche.
- Box im Feuchten oder in der Sonne gelagert – Nitril und Latex altern, werden spröde und reissen.
Grundausstattung für einen Betrieb
| Betrieb | Empfehlung |
|---|---|
| Restaurant, Café, Bäckerei | Nitril blau, Grössen M und L, je 2–4 Boxen à 100; PE-Handschuhe für den Verkauf |
| Arztpraxis | Nitril weiss oder Latex, alle Grössen; sterile OP-Handschuhe nur für Eingriffe |
| Pflegeheim, Spitex | Nitril in allen Grössen, pro Mitarbeitende eine Box pro Woche einplanen |
| Reinigungsfirma, Hauswart | Nitril schwarz oder blau, verstärkt, M und L; für Chemie zusätzlich Nitril-Haushaltshandschuhe mit langem Schaft |
| Werkstatt, Garage | Nitril schwarz, dickere Ausführung (Power Grip), L und XL |
Rechnen Sie mit zwei bis drei Grössen pro Betrieb und einer Reserve von einem Monat – Handschuhe halten Jahre, wenn sie trocken und dunkel gelagert werden.
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